Keine Gnade trotz Corona: Ransomware-Angriff auf Gesundheitskonzern

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Auch der börsennotierte Gesundheitskonzern Fresenius ist Opfer eines Angriffs geworden. Die mutmaßliche Ransomware-Attacke hat zeitweise die Produktion eingeschränkt. Die Versorgung der Patientinnen und Patienten in den firmeneigenen Krankenhäusern und Dialyseeinrichtungen war jedoch durchgängig gewährleistet.

https://www.zdnet.de/88379488/ransomware-angriff-auf-fresenius

Ähnliche Ransomware-Fälle, darunter auch auf medizinische Einrichtungen und KRITIS-Unternehmen, häufen sich gerade. Auch auf der Incident-Response-Hotline von HiSolutions ist keinerlei Corona-bedingte Zurückhaltung bei Angriffen zu erkennen.

Rechte Hacker: Neonazis jagen Bill Gates

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Rechtsextreme Aktivisten sind an eine Liste mit mehr als 20.000 Zugangsdaten u. a. der WHO und der Gates Foundation, die sich für die Bewältigung der Corona-Krise engagiert, gelangt. Angeblich wollen sie diese Informationen einsetzen, um die „Corona-Pandemie in eine Waffe zu verwandeln“. Verschwörungstheoretiker, Rechtsradikale und von ausländischen Diensten gesteuerte Troll-Armeen nutzen häufig Krisen aus, um Falschinformationen zu verbreiten, Unsicherheit und Dissens zu sähen und so ihre Agenda voranzutreiben.

https://www.businessinsider.com/neo-nazis-alleged-email-addresses-who-gates-foundation-nih-leak-2020-4

Auch bei der umstrittenen Gesichtserkennungsapp Clearview AI, die vor allem an Strafverfolgungsbehörden vermarktet wird und über eine der größten Gesichtsdatenbanken der Welt verfügt, wurden kürzlich Verbindungen zu Neonazigruppen enthüllt. Diese könnten ein Interesse daran haben, die Technik von Clearview im „Heimatschutz“ flächendeckend einzusetzen. Ein weiteres verbindendes Element ist einer der ersten Investoren von Clearview, der Tech-Unternehmer und Milliardär Peter Thiel. Seine Firma Palantir versorgt die US-Grenzschutzbehörde ICE bereits mit Big Data Tools. 

https://www.huffpost.com/entry/clearview-ai-facial-recognition-alt-right_n_5e7d028bc5b6cb08a92a5c48

Death by Datenschutz? Die Grenzen der Anonymität

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Einer der traurigen Corona-Hotspots, die sich als Fußabdrücke eines wild gewordenen, unsichtbaren Random Walkers wie ein sich verdichtender Flickenteppich durch die Lande ziehen, ist das Potsdamer Bergmann-Klinikum. Aufgrund eines zu spät begrenzten Corona-Ausbruchs haben sich dort fast jeder zehnte Mitarbeiter und überdurchschnittlich viele Patienten mangels Testung und Isolation infiziert, etliche sind verstorben. Ein wichtiger Grund: Im Corona-Krisenstab des Klinikums war zunächst der Betriebsarzt nicht vertreten – die einzige Person, die erfahren durfte, woran erkrankte Mitarbeiter leiden. So konnte nicht festgestellt werden, wo infizierte Mitarbeiter gearbeitet haben und wie Infektionsketten verlaufen sind. Man muss nicht so weit gehen, die verursachten Todesfälle alle auf das Konto des (Gesundheits-)Datenschutzes zu schreiben. Allerdings scheint hier eine starre Regel aus einer anderen Zeit schlimme Nebenwirkungen gehabt zu haben. Nun sind wir alle aufgerufen, uns schnellstens Lösungen zu überlegen, die bei der – auch informationellen – Einhegung der Pandemie helfen.

Dabei ist die Aushebelung des Datenschutzes in der Regel gar nicht das, was benötigt wird. Im obigen Fall hätte eine relativ einfache Regeländerung die geeigneten Erkenntnisse rechtzeitig erbringen können, ohne die Krankheitsdaten vieler Mitarbeiter einem größeren Kreis bekannt zu machen. Und auch bei der aktuell diskutierten #CoronaApp sind dezentrale Ansätze ausreichend (wenn auch mit einigen technischen Herausforderungen versehen), wie nach intensiver Beratung durch die Privacy-Community inzwischen auch die Bundesregierung eingesehen hat.

Die Frage ist also nicht: Wie können wir unseren Datenschutz schnellstmöglich aufweichen? Sondern: Wie können wir ihn agil so gestalten, dass er zunächst zu einem Mittel im Kampf gegen die Krise und dann im Idealfall zu einer Blaupause für das wird, was wir gemeinsam mit Big- und Crowd-Data zukünftig noch an Lebensqualitätsverbesserung erreichen können?

https://www.pnn.de/potsdam/coronakrise-im-bergmann-klinikum-der-ausbruch/25757776.html

Keine Gnade trotz Corona

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Obwohl einige Angreifergruppen wie die Drahtzieher des Erpressungs-Trojaners „Maze“ medienwirksam verkündeten, aufgrund der Pandemie keine medizinischen Einrichtungen anzugreifen, wurde das tschechische Krankenhaus mit dem größten Corona-Testlabor des Landes durch einen Cyberangriff vorübergehend lahmgelegt. Patienten mussten verlegt und Operationen abgesagt werden.

https://www.heise.de/security/meldung/Waehrend-Coronavirus-Pandemie-Cyberangriff-legt-tschechisches-Krankenhaus-lahm-4683370.html

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Cyber-Erpresser-versprechen-Corona-Pause-fuer-Krankenhaeuser-4686021.html

https://gblogs.cisco.com/de/wie-cyber-kriminelle-die-corona-krise-als-vehikel-nutzen

Auch in Texas wurde eine Klinik von Ransomware getroffen: Die Gruppe „Maze“ droht, über den Schaden der Verschlüsselung hinaus die Daten der behandelten Patienten zu leaken, sollte die Zahlung des Lösegeldes ausbleiben.

https://securityboulevard.com/2020/03/maze-ransomware-continues-to-hit-healthcare-units-amid-coronavirus-covid-19-outbreak/

Trojaner im Gewand von Corona-E-Books

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Der Hersteller von Sicherheitssoftware Malwarebytes warnt vor einer gefälschten WHO-E-Mail, in welcher Schadcode in Form eines angeblichen E-Books über Corona versteckt ist. Öffnet man dieses, so folgt die Infektion mit dem Trojaner „FormBook“. Der loggt Tastatureingaben und stiehlt Daten aus dem Windows-Clipboard und Browsern.

https://www.heise.de/security/meldung/Vorsicht-Corona-Phishing-Aktuelle-Mails-setzen-auf-Angst-und-Verunsicherung-4686393.html

Phishing mit Corona-Köder

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Die Verbraucherzentrale NRW warnt vor Phishing-E-Mails mit den Stichworten „Corona“ und „Covid-19“. Als Beispiel wird eine gefälschte Sparkassen-E-Mail genannt, die auf eine Seite leitet, auf der Kunden ihre Daten eingeben sollen, um angeblich in Zukunft auch bei geschlossenen Filialen weiter die Services der Sparkasse nutzen zu können. Sämtliche eingegebenen Daten landen selbstverständlich in den Händen der Angreifer.

https://www.verbraucherzentrale.de/aktuelle-meldungen/digitale-welt/achtung-phishing-wie-betrueger-die-coronakrise-in-emails-nutzen-45714

Altbekannte Malware im neuen Corona-Vehikel

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Auch die altbekannten Malware-Familien Emotet und Nanocore RAT werden aktuell gezielt als Anhänge von E-Mails im Zusammenhang mit Corona versandt. Da Unternehmen aktuell auf die Krise reagieren müssen, werden allerorts viele, oft dringende E-Mails zu diesem Thema verschickt. Dies nutzen die Angreifer aus und hoffen so, mehr potenzielle Opfer mit ihrer Malware zu infizieren.

Der Mensch bleibt dem Menschen ein Wolf – Cyber in Zeiten von Corona

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Wäre es nicht schön gewesen? Inmitten all der schlechten Nachrichten und Prognosen wenigstens den Trost zu haben, dass die Welt sich zusammenrauft und wir uns nicht zusätzlich mit Cyberangriffen und sonstigen IT-Vorfällen das fragile Leben schwer machen… Leider ein Traum. Zwar haben einige wenige Angreifergruppen versprochen, Gesundheitsinfrastruktur bis auf weiteres auszusparen – auch Black-Hat-Hacker brauchen immerhin im Zweifel Beatmungsgeräte. Insgesamt ist jedoch die Anzahl der Angriffe gestiegen – und nicht wenige Kampagnen nutzen gerade die Unsicherheit, das Chaos und den Stress aus, um ihren bekannten illegalen Geschäftsmodellen Auftrieb zu verleihen. Wir kämpfen nun also an zwei Fronten. Die große, wichtige: Corona. Das allein bindet alle unsere Ressourcen. Dazu gilt es aber, auch an der „Cyber-Front“ die Verfügbarkeit unserer kritischen Infrastrukturen sicherzustellen. Und das sind mehr (und andere), als wir das gemeinhin auf dem Schirm haben: Gesundheitsämter, Lieferdienste, Pflegeheime, Hersteller von Medizintechnik, Supermärkte, Logistikbranche, … 

Tun wir unseren Teil, um die Funktionsfähigkeit unserer Gesellschaft gerade auch in Zeiten des notwendigen Lockdown aufrechtzuerhalten. Die Security kann und muss ihren Teil hierzu beitragen.