Death by Datenschutz? Die Grenzen der Anonymität

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Einer der traurigen Corona-Hotspots, die sich als Fußabdrücke eines wild gewordenen, unsichtbaren Random Walkers wie ein sich verdichtender Flickenteppich durch die Lande ziehen, ist das Potsdamer Bergmann-Klinikum. Aufgrund eines zu spät begrenzten Corona-Ausbruchs haben sich dort fast jeder zehnte Mitarbeiter und überdurchschnittlich viele Patienten mangels Testung und Isolation infiziert, etliche sind verstorben. Ein wichtiger Grund: Im Corona-Krisenstab des Klinikums war zunächst der Betriebsarzt nicht vertreten – die einzige Person, die erfahren durfte, woran erkrankte Mitarbeiter leiden. So konnte nicht festgestellt werden, wo infizierte Mitarbeiter gearbeitet haben und wie Infektionsketten verlaufen sind. Man muss nicht so weit gehen, die verursachten Todesfälle alle auf das Konto des (Gesundheits-)Datenschutzes zu schreiben. Allerdings scheint hier eine starre Regel aus einer anderen Zeit schlimme Nebenwirkungen gehabt zu haben. Nun sind wir alle aufgerufen, uns schnellstens Lösungen zu überlegen, die bei der – auch informationellen – Einhegung der Pandemie helfen.

Dabei ist die Aushebelung des Datenschutzes in der Regel gar nicht das, was benötigt wird. Im obigen Fall hätte eine relativ einfache Regeländerung die geeigneten Erkenntnisse rechtzeitig erbringen können, ohne die Krankheitsdaten vieler Mitarbeiter einem größeren Kreis bekannt zu machen. Und auch bei der aktuell diskutierten #CoronaApp sind dezentrale Ansätze ausreichend (wenn auch mit einigen technischen Herausforderungen versehen), wie nach intensiver Beratung durch die Privacy-Community inzwischen auch die Bundesregierung eingesehen hat.

Die Frage ist also nicht: Wie können wir unseren Datenschutz schnellstmöglich aufweichen? Sondern: Wie können wir ihn agil so gestalten, dass er zunächst zu einem Mittel im Kampf gegen die Krise und dann im Idealfall zu einer Blaupause für das wird, was wir gemeinsam mit Big- und Crowd-Data zukünftig noch an Lebensqualitätsverbesserung erreichen können?

https://www.pnn.de/potsdam/coronakrise-im-bergmann-klinikum-der-ausbruch/25757776.html

Der Mensch bleibt dem Menschen ein Wolf – Cyber in Zeiten von Corona

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Wäre es nicht schön gewesen? Inmitten all der schlechten Nachrichten und Prognosen wenigstens den Trost zu haben, dass die Welt sich zusammenrauft und wir uns nicht zusätzlich mit Cyberangriffen und sonstigen IT-Vorfällen das fragile Leben schwer machen… Leider ein Traum. Zwar haben einige wenige Angreifergruppen versprochen, Gesundheitsinfrastruktur bis auf weiteres auszusparen – auch Black-Hat-Hacker brauchen immerhin im Zweifel Beatmungsgeräte. Insgesamt ist jedoch die Anzahl der Angriffe gestiegen – und nicht wenige Kampagnen nutzen gerade die Unsicherheit, das Chaos und den Stress aus, um ihren bekannten illegalen Geschäftsmodellen Auftrieb zu verleihen. Wir kämpfen nun also an zwei Fronten. Die große, wichtige: Corona. Das allein bindet alle unsere Ressourcen. Dazu gilt es aber, auch an der „Cyber-Front“ die Verfügbarkeit unserer kritischen Infrastrukturen sicherzustellen. Und das sind mehr (und andere), als wir das gemeinhin auf dem Schirm haben: Gesundheitsämter, Lieferdienste, Pflegeheime, Hersteller von Medizintechnik, Supermärkte, Logistikbranche, … 

Tun wir unseren Teil, um die Funktionsfähigkeit unserer Gesellschaft gerade auch in Zeiten des notwendigen Lockdown aufrechtzuerhalten. Die Security kann und muss ihren Teil hierzu beitragen.