Cybersicherheit 2026: Ein Blick in die Glaskugel

Die auf schwarzem Samt gebettete Glaskugel ist das traditionelle Requisit für die professionelle Hellseherei, um den Blick in die Zukunft zu wagen. Die Korrektheit der Aussagen aus den Tiefen der Glaskugel dürfte wissenschaftlich schwer zu belegen sein – aber vielleicht geht es auch mehr um eine gefühlte Zukunft, wenn gegen Ende des Jahres auf Grundlage von Daten aus der Vergangenheit darüber spekuliert wird, was die Zukunft bringen könnte.

Ein Blick auf die HiSolutions Cyber-Glaskugel 2026
Die Cyber-Sec-Glaskugel für 2026 (KI-generiert)

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) veröffentlicht seinen Bericht zur Lage der IT-Sicherheit regelmäßig gegen Ende des Jahres und fasst dort Beobachtungen und Zahlen aus dem vergangenen Jahr zusammen. Dabei gibt es auch Aussagen zum Jahr 2026.

Angriffsflächen schützen und mehr Resilienz

„Die Schlussfolgerung des BSI: Angriffsflächen schützen! Der Schutz der Angriffsflächen ist 2026 der entscheidende Hebel, um die Cybersicherheit zu verbessern“, resümiert die Behörde. Denn Angriffsflächen in Deutschland – besonders im Web – seien weiterhin in einem besorgniserregenden Zustand. Webbasierte Angriffsflächen bräuchten deutlich mehr professionelle Aufmerksamkeit durch wirksames Angriffsflächenmanagement, häufig würden bekannte Schwachstellen in Perimetersystemen zu spät oder gar nicht gepatcht, so das BSI. Außerdem seien im aktuellen Berichtszeitraum durchschnittlich täglich 119 neue Schwachstellen in IT-Systemen bekannt geworden, was einem Anstieg von rund 24 Prozent gegenüber dem vorherigen Zeitraum entspreche.

Besonders kleine und mittlere Unternehmen sowie politische oder zivilgesellschaftliche Institutionen stünden demnach im Fokus: „Nach dem Kosten-Nutzen-Kalkül cyberkrimineller Angreifer gibt es keine uninteressanten Ziele mehr, bei denen vermeintlich ‚nichts zu holen‘ wäre.“  Angreifer nutzten gezielt schlecht gesicherte Systeme und Web-Angriffsflächen, was zu verstärkter Ausnutzung von Schwachstellen und mehr Datenabflüssen führe. Vor dem Hintergrund geopolitischer Konflikte nähmen zudem APT-Aktivitäten zu. Insgesamt gilt ein wirksames Angriffsflächenmanagement als zentrale Voraussetzung, um die Präventionsfähigkeit der Gesellschaft zu erhöhen.

Die gesamtgesellschaftliche Cyber-Resilienz entwickelt sich laut dem BSI unterschiedlich: Verbraucherinnen und Verbraucher nutzen Sicherheitsmaßnahmen wie Passwortmanagement zunehmend seltener. Kritische Infrastrukturen verbessern sich langsam, erreichen aber nicht in allen Bereichen ausreichende Reifegrade. Besonders gefährdet bleiben KMU, die ihre Attraktivität als Angriffsziele häufig unterschätzen, sowie Institutionen des politischen und vorpolitischen Raums, die sensible Daten und Zugänge zu demokratischen Prozessen bieten. Beide Gruppen benötigen dringend wirksamere Schutzmaßnahmen, da sie im Fokus sowohl cyberkrimineller als auch geopolitisch motivierter Angreifer stehen.

Was sagt die Glaskugel bei HiSolutions?

Neben dem Überblick über die Cybersicherheit 2026 aus hoher Flughöhe durch das BSI haben wir auch Kolleginnen und Kollegen der HiSolutions an die Glaskugel gebeten, um ihre Sicht auf 2026 im Nebel der Kugel zu entdecken.

Ganz klar und deutlich lesbar war in der Kugel der Schriftzug „Dauerthema Supply-Chain-Security“. 2026 dürfte die Absicherung von Software-Lieferketten noch wichtiger werden. Angriffe über vorgelagerte Hersteller oder Softwarelieferanten bleiben beliebt, weil sie Angreifern Zugang zu vielen Zielen zugleich verschaffen. Wer nicht genau weiß, was in seiner eigenen Software-Lieferkette passiert, hat ein Problem.

Auch der „Faktor Mensch“ schimmerte in der HiSolutions-Glaskugel durch. Outsourcing bleibt angesagt, aber die Sicherheitsstandards der Dienstleister rücken stärker ins Visier. Fachkräfte und Erfahrung lassen sich nur schwer ersetzen, auch nicht durch ein beherztes Aufspringen auf den Hypetrain ins Land der Künstlichen Intelligenz. Organisationen könnten 2026 versucht sein, Fachpersonal einzusparen, weil KI-Tools anscheinend Vieles übernehmen. Der Irrglaube: „KI macht das schon.“ Die Realität: Weniger Security-Menschen heißt mehr Blindspots und weniger Ressourcen im Ernstfall.

Im Dunst der Glaskugel auch ablesbar: In Zeiten von Malvertising wird der Adblocker plötzlich ein Security-Feature. Malvertising, also manipulierte Werbeanzeigen, die Schadcode ausliefern, waren 2025 immer wieder ein Thema. 2026 könnten Malvertising-Kampagnen so aggressiv werden, dass klassische Adblocker von der Komfortfunktion zum legitimen Sicherheitswerkzeug aufsteigen. Werbung blocken heißt dann nicht nur Ruhe vor zappeligen Anzeigen, sondern wird zur Sicherheitsmaßnahme.

Und dann gab es ganz am Boden der Glaskugel noch die Worte „Pivot to Cloud“. Nicht nur Unternehmen modernisieren, auch Angreifer tun’s. Bei immer mehr Cyberkriminellen ist eine Adaption eines alten „Prinzen“-Songs Programm: „Das ist alles in der Cloud, e-oh, eh-oh.“ 2026 könnte es dazu kommen, dass Cyberakteure kompromittierte Cloud-Ressourcen nutzen, um Angriffe zu skalieren oder als Sprungbrett ins interne Netz zu dienen. Die Cloud wird damit zum neuen Hotspot – für Angreifer und Verteidiger gleichermaßen.

Fazit

Welche der Voraussagen sich für 2026 bewahrheitet haben, wissen wir erst im Jahr 2027. Bis dahin gilt der altbekannte Grundsatz: „Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen“. Eine Regel, von der sich die Zitationsforschung bis heute nicht vollständig über den Urheber einig ist – zugeschrieben wurde das Bonmot bereits dem Kabarettisten Karl Valentin, dem Schriftsteller Mark Twain, dem Naturwissenschaftler Niels Bohr, dem Physiker Georg Christoph Lichtenberg, dem Journalisten Kurt Tucholsky und dem Politiker Winston Churchill. Wer weiß, vielleicht kommt auch dieser Satz aus der Glaskugel.

Weitere News im Dezember

React2Shell: eine glatte 10

Eine der Lieblingsbeschäftigungen für Personen aus der Threat-Intel-Szene ist es, sich griffige Namen für Schwachstellen zu überlegen. Oft handelt es sich um Komponenten (log4j) oder Angreifergruppierungen (Hafnium), manchmal finden sich auch Kombinationen. Anfang Dezember veröffentlichte React ein Advisory zu einer Schwachstelle in ihrer Serverkomponente. Diese ermöglicht einem nicht authentifizierten Angreifenden vollständige Codeausführung, sofern diese Komponente im Einsatz ist. Aus diesem Grund hat die Schwachstelle einen Score von 10 erhalten, das Maximum.

In diesem Fall wurde die Schwachstelle React2Shell genannt, eine Anspielung auf die Plattform und die Auswirkung. Es ist definitiv leichter zu merken als CVE-2025-55182. Wie auch immer sie genannt wird: Patchen!

https://react.dev/blog/2025/12/03/critical-security-vulnerability-in-react-server-components

https://www.cve.org/CVERecord?id=CVE-2025-55182

https://www.bsi.bund.de/SharedDocs/Cybersicherheitswarnungen/DE/2025/2025-304569-1032.pdf?__blob=publicationFile&v=3

UK möchte Softwarehersteller in die Verantwortung ziehen

Große Sicherheitsvorfälle sind leider keine Seltenheit geworden. Oftmals entstehen sie aufgrund von Architekturfehlern und fehlender Sicherheitskonzeption bei der Planung. In Großbritannien wird gerade ein Vorschlag diskutiert, diese Lücke zu schließen. Ein großer Schmerzpunkt ist die Verallgemeinerung von Sicherheitsrisiken durch Unternehmen, der mit dem Vorschlag gelöst werden soll. Insbesondere soll verhindert werden, dass Unternehmen Software vertreiben, die nicht über ein Mindestmaß an Security verfügen. Ausschlaggebend soll die bestehende Publikation „Software Security Code of Practice“ der Regierung sein.

Auch die Meldepflichten sollen dort erweitert werden. Bisher gilt die Pflicht nur bei Ransomware-Angriffen, geplant ist jedoch eine Ausweitung auf alle Arten von Angriffen. In der Praxis muss das noch detaillierter beleuchtet werden, um nicht einen DDoS-Angriff auf die staatlichen Institutionen zu erzeugen, aufgrund der Menge an gemeldeten Phishing-Versuchen.

All diese Regelungen befinden sich zwar noch in einer frühen Diskussionsphase, es gab aber in der Vergangenheit bereits Fälle, in denen staatliche Regelungen und Vorschläge von anderen Jurisdiktionen übernommen wurden. Es lohnt sich also, die Entwicklung im Auge zu behalten.

https://therecord.media/software-companies-liable-britain-security

RAMses II: Erneute Technik-Knappheit

Der KI-Hype hat viele Auswirkungen auf unseren Alltag. Dadurch reduziert sich nicht nur die Qualität der Google-Suchergebnisse, sondern auch die Verfügbarkeit von RAM-Chips auf dem freien Markt. Wichtig anzumerken ist allerdings, dass DRAM (Dynamic Random Access Memory) in wesentlich mehr Produkten als in RAM-Modulen steckt.

Auch SSDs besitzen DRAM-Caches, Grafikkarten VRAM, und auch Smartphones und Embedded-Geräte sind darauf angewiesen. Mittelfristig dürften sich die massiven Preiserhöhungen also auch auf andere Produkte niederschlagen.

Doch warum schreiben wir darüber in einem Security Digest? Migrationen, IT-Infrastruktur-Planungen und Client-Systeme dürften die ein oder andere Kosten/Nutzen-Rechnung mittelfristig infrage stellen. Die Einschränkungen können Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von Systemen und die Arbeitsfähigkeit von Mitarbeitenden haben, wenn diese essenziellen Komponenten ausfallen.

https://www.hardwareluxx.de/index.php/news/allgemein/wirtschaft/67674-bessere-margen-samsung-verschiebt-kapazit%C3%A4ten-hin-zu-dram.html

https://www.igorslab.de/lagebild-dram-module-ende-oktober-2025-horror-zu-halloween-und-truebe-aussichten

Positive Stimmung bei der Open-Source-Migration in Schleswig-Holstein

Das Thema digitale Souveränität beschäftigt nicht nur die europäischen Unternehmen, sondern auch die Verwaltung und Behörden. Vor einigen Wochen machte Schleswig-Holstein Schlagzeilen mit der Erfüllung des ersten Meilensteins bei der Migration von Microsoft-Office-Produkten zu Open-Source-Lösungen, dem Wechsel von Exchange und Outlook auf Open-Xchange und Thunderbird.

Nach kleineren Anfangsschwierigkeiten läuft die Open-Source-Migration in Schleswig-Holstein mittlerweile gut. Bereits 80 % der Arbeitsplätze wurden umgestellt. Die Landesregierung spricht in einem Zwischenfazit von finanziellen Einsparungen und einem Zugewinn der digitalen Souveränität.

Gerade in Anbetracht jüngster Ankündigungen der US-Regierung, die Einfluss auf die EU und damit die Souveränität nehmen wolle, rückt die Relevanz des Souveränitätsaspekts ins Rampenlicht. Unabhängige und finanziell nachhaltige Lösungen sind auch außerhalb von Schleswig-Holstein im Trend.

Viele Verwaltungen haben in Beschaffungsvorschriften bereits Formulierungen integriert, die Open-Source bevorzugen, was zeigt: Auch die Stimmen für souveräne IT-Strategien in den Verwaltungen Europas werden immer lauter.

Klar ist: Die IT-Strategie der meisten Verwaltungen steht in Konflikt mit einem sich immer weiter auftuenden politischen Graben im Atlantik.

https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/usa-vorwuerfe-europa-100.html

https://www.tagesschau.de/ausland/europa/eu-reaktionen-ussicherheitsstrategie-100.html

https://www.schleswig-holstein.de/DE/landesregierung/ministerien-behoerden/I/_startseite/Artikel2025/IV/251204_cds_digitale_souveraenitaet

Weitere News im November

KI-gestützte Malware beeindruckt bisher nicht

Googles Threat Intelligence Group (GTIG) hat aktuelle, mit Hilfe von KI entwickelte Malware untersucht. Das Ergebnis ist ernüchternd: Die untersuchten Programme sind noch in einem frühen Entwicklungsstadium und auf herkömmlichem Weg entwickelter Schadsoftware qualitativ weit unterlegen. Zumindest in diesem Bereich sind die mit KI erzielbaren Ergebnisse also noch ziemlich rudimentär.

Statt dem Hype der Hersteller hinterherzulaufen, hilft aus unserer Sicht auch in der Verteidigung klar die Investition in „klassische“ IT-Sicherheit, denn die schützt (bisher) auch gegen KI-gestützte Bedrohungen.

https://arstechnica.com/security/2025/11/ai-generated-malware-poses-little-real-world-threat-contrary-to-hype

https://cloud.google.com/blog/topics/threat-intelligence/threat-actor-usage-of-ai-tools?hl=en

Wenn Ransomware-Verhandler die Seite wechseln

Es gibt Sicherheitsvorfälle, in denen man mit den Angreifenden kommunizieren und verhandeln möchte. In diesen Fällen bietet es sich an, Spezialisten, sogenannte Ransomware Negotiators, einzubeziehen. In den USA wurden nun gerade solche Spezialisten angeklagt, im Rahmen der Ransomware Operation BlackCat (ALPHV) Angriffe zwischen Mai und November 2023 durchgeführt zu haben. Es ist also auch beim Cybercrime angebracht, die Integrität der eigenen Dienstleister im Auge zu behalten.

https://www.bleepingcomputer.com/news/security/us-cybersecurity-experts-indicted-for-blackcat-ransomware-attacks

Erfahrungsbericht zur Vorfallbehandlung in einer staatlichen Organisation

IT-Sicherheitsvorfälle sind leider schon lange im Alltag angekommen. Trotzdem gibt es viel zu selten transparente Berichte, wie mit diesen umgegangen wird. Nevada zeigt, wie es richtig geht und beschreibt im After Action Report, welche Entscheidungen getroffen wurden und wieso. Insbesondere die Aufschlüsselung der Kosten bringt einige interessante Details, wo diese in der Vorfallbehandlung entstehen.

https://www.bleepingcomputer.com/news/security/how-a-ransomware-gang-encrypted-nevada-governments-systems/

https://www.documentcloud.org/documents/26218568-gto-statewide-cyber-event-aar-final/

Weitere News im Oktober

Meldepflicht in der Schweiz für IT-Sicherheitsvorfälle

Sechs Monate nach Einführung der Meldepflicht für IT-Sicherheitsvorfälle bei kritischen Infrastrukturen in der Schweiz zieht das BACS (Bundesamt für Cybersicherheit) Bilanz. Insbesondere hebt es die gut funktionierende Zusammenarbeit und die größere Teilnahme am Informationsaustausch hervor. In Deutschland regelt bereits seit längerer Zeit das BSI-Gesetz in § 8b Absatz 4 eine ähnliche Meldepflicht. Die Einführung von NIS-2, und damit die deutliche Erweiterung der meldepflichtigen Stellen, bringt hoffentlich ähnlich positive Resultate.

https://www.news.admin.ch/de/newnsb/gezctyF6KYR7UkCjXBC5s

https://www.bsi.bund.de/DE/Themen/Regulierte-Wirtschaft/Kritische-Infrastrukturen/KRITIS-FAQ/FAQ-zur-Meldepflicht/faq-zur-meldepflicht_node.html

Datenreichtum bei Sonicwall

Einige unserer IR-Fälle der letzten Wochen standen im Zusammenhang mit dem Incident bei Sonicwall, bei dem Cloud- Back-ups durch Dritte einsehbar waren. Diese enthalten für Angreifende spannende Daten, um einen initialen Angriffsvektor in einer Umgebung zu finden. Es gab durchaus bereits einige solcher Lücken bei Firewall-Herstellern –Was diesen Vorfall aber so spannend macht, ist die weitere Entwicklung nach der Veröffentlichung: Während am 17. September noch von Auswirkungen für weniger als fünf Prozent der Anwender die Rede war, stellte sich nach umfassender Analyse heraus, dass Alle betroffen waren. Wichtige Erkenntnis: Schwachstellenmanagement hört nicht nach der initialen Meldung auf.

https://www.sonicwall.com/support/knowledge-base/mysonicwall-cloud-backup-file-incident/250915160910330

Wenn Kriminelle Exploits veröffentlichen

Dass eine Sicherheitslücke genutzt wird, um Ransomware zu verteilen, ist leider keine Seltenheit, in diesem Fall CVE-2025-61882 bei Oracle. Wenn aber die Existenz und das Ausmaß klar werden, weil eine andere kriminelle Organisation den genutzten Einfallsvektor veröffentlicht, dann lohnt sich ein Blick hinter die Kulissen.

https://www.bleepingcomputer.com/news/security/oracle-zero-day-exploited-in-clop-data-theft-attacks-since-early-august

https://www.bleepingcomputer.com/news/security/oracle-patches-ebs-zero-day-exploited-in-clop-data-theft-attacks/#:~:text=Exploit%C2%A0leaked%20by%C2%A0Scattered%20Lapsus%24%20Hunters

SaaS-Integrationen als Schwachstelle: Discord und Zendesk

Ein aktueller Sicherheitsvorfall bei Discord, ausgelöst durch eine Kompromittierung der Zendesk-Integration, demonstriert die Risiken privilegierter API-Zugriffe. Zendesk, als Customer-Support-Plattform, operiert mit OAuth-Tokens, die oft weitreichende Rechte auf Kundendaten gewähren. Das erfolgreiche Abgreifen eines solchen Tokens oder eine unzureichend abgesicherte API-Routine können ausreichen, um Zugriff auf sensible Dokumente wie Regierungs-IDs zu erlangen. Auch wenn ein Cross-Tenant-Angriff über gemeinsam genutzte Cloud-Ressourcen (z. B. AWS) weniger wahrscheinlich ist, bleibt er technisch denkbar.

https://firecompass.com/discord-zendesk-support-system-data-breach

https://discord.com/press-releases/update-on-security-incident-involving-third-party-customer-servicelinks

CRM-Systeme als Single Point of Failure: Qantas und Allianz Life

CRM-Plattformen wie Salesforce sind zentrale Datensilos – und damit hochattraktive Ziele. Im Fall Qantas nutzte die Gruppe „Scattered Spider“ Social Engineering gegen Administratoren, kombiniert mit SIM-Swapping zur Umgehung einer Multi-Faktor-Athentisierung. Nach Erlangung von Admin-Zugängen konnten über legitime Funktionen wie den Salesforce Data Loader große Datenmengen extrahiert werden – unauffällig und effizient.

Ein anderer Vorfall bei Allianz-Life zeigt, wie schwache Datenbanksegmentierung zu massiven Datenverlusten führen können. Moderne CRM-Systeme nutzen oft „Data Lakes“ mit schwacher Access Control, die über ETL-Pipelines zusätzliche Angriffsflächen bieten.

https://www.obsidiansecurity.com/blog/shinyhunters-and-scattered-spider-a-merger-of-chaos-in-the-2025-salesforce-attacks

https://www.9news.com.au/national/qantas-data-breach-salesforce/cc149e0a-3ba5-4235-8c22-1c855e2ade01

https://databreach.com/news/21-28m-allianz-life-customer-records-stolen-in-salesforce-hack

https://eu.usatoday.com/story/tech/2025/07/28/us-customers-data-stolen-cyberattack-allianz-life/85406949007

https://www.cbsnews.com/news/allianz-life-insurance-data-breach

Fintech-Exposition: Bonify und die Identitätsdaten

Bonify, als Schufa-Tochter, verarbeitet hochsensible Identitätsdokumente. Diese werden typischerweise in Object-Storage-Systemen wie S3 oder Azure Blob gespeichert. Fehlkonfigurierte Bucket-Permissions oder kompromittierte IAM-Rollen können dann einen direkten Zugriff ermöglichen. Das Angebot des Unternehmens für Betroffene, für sechs Monate kostenlos den Identitätsschutz des Unternehmens zu nutzen, deutet auf eine längerfristige Exposition hin – möglicherweise durch undetektierte APTs.

https://www.heise.de/news/Datenschutzvorfall-Identitaetsdaten-bei-Schufa-Tochter-Bonify-abgeflossen-10689766.html

https://www.computerbild.de/artikel/News-Internet-Etliche-Kundendaten-von-Schufa-Tochter-Bonify-gestohlen-40400105.html

Chatkontrolle abgewendet

In der Diskussion um die Einführung einer verpflichtenden Chatkontrolle gibt es neben der politisch umstrittenen Fragestellung ihrer Effektivität auch einen starken Sicherheitsaspekt. Selbst wenn eine Chatkontrolle eine unbestritten optimale Lösung wäre, stellt sich den praktisch veranlagten System-Ingenieuren die Frage der Umsetzung. Wie soll Ende-zu-Ende-verschlüsselte Kommunikation für die „legitime“ Überprüfung durch staatliche Institutionen aufgebrochen werden, ohne die Sicherheitsziele dieser Anwendungen fundamental zu verletzten? Wie stellen wir sicher, dass dieser „Lawful Access“ nicht durch Kriminelle ausgenutzt wird, wie in der Vergangenheit immer wieder beobachtet?

Das sogenannte Client Side Scanning ist vielseitiger Kritik ausgesetzt: Unklare KI-Algorithmen, False-Positive-Meldungen und daraus folgende Überlastung der Behörden. Auch gibt es grundsätzliche Bedenken zur Einführung solcher Massenüberwachungssysteme. Die Beteuerung, dass sie nur zur Aufklärung von Straftaten genutzt wird, mag aktuell erfüllt werden, aber sind die Werkzeuge einmal etabliert, können sie in Zukunft ebenso für andere Zwecke genutzt werden.

Auch wenn die Diskussion um das Thema wohl früher oder später wieder aufflammen wird, so ist das Aussetzen der Abstimmung auf EU-Ebene doch ein Etappensieg für sichere Kommunikation und die Wahrung von Grundrechten.

Kennwortrichtlinien im Active Directory. Ein Missverständnis mit Folgen

Das Problem

In unserer täglichen Arbeit fällt uns ein weitverbreitetes Missverständnis im Umgang mit Kennwortrichtlinien im Active Directory auf. Hier möchten wir kurz für Klarheit sorgen.

Die Standard-Kennwortrichtlinie wird immer in der Default Domain Policy definiert. Diese ist mit der Domäne verknüpft, gilt somit für alle Benutzerobjekte in der ganzen Domäne.

Es ist grundsätzlich eine gute Idee, abgestufte Kennwortrichtlinien für verschieden privilegierte Benutzertypen durchzusetzen. Nur ist das oft erwartete GPO-Verhalten hier der Ursprung des Missverständnisses. Verknüpfe ich ein Gruppenrichtlinienobjekt (Group Policy Object, GPO) mit einer Organisationseinheit (Organizational Unit, OU), dann wirken dessen Einstellungen nicht mehr domänenweit, sondern nur auf die Objekte in dieser OU. Die Annahme ist nun häufig, dass sich ein Benutzerkreis mit Objekten in einer OU so mit anderen Kennwortrichtlinien versehen lässt. Denn die Einstellungen eines mit einer OU verknüpften GPO überschreiben im Normalfall Einstellungen, die aus der Domäne nach unten vererbt werden.

Konkret wird also häufig folgendes konfiguriert: Administrative Konten werden in einer OU versammelt und mit dieser ein neues GPO, nennen wir es „KWRL-Admins“, verknüpft. Schauen wir uns das Verhalten kurz an. In der Laborumgebung haben wir in der Default Domain Policy eine Mindest-Kennwortlänge von vier Zeichen festgelegt. Das GPO „KWRL-Admins“ an einer OU „Admins“ verlangt fünf Zeichen.

Wir nehmen nun einen Benutzer in der OU und setzen dessen Kennwort auf eines mit vier Zeichen zurück. Wir erfüllen also die Default Domain Policy, nicht aber die „KWRL-Admins“. Was passiert?

Wir sehen also, dass die Kennwortrichtlinie aus dem GPO „KWRL-Admins“ keine Rolle spielt. Es bleibt bei der Grundregel: Kennworteinstellungen gelten immer domänenweit. Das oft gewählte Vorgehen, auch die Kennwörter mittels eines GPO an einer OU zu lösen, funktioniert nicht.

Die Folge des Missverständnisses ist also, dass Richtlinien im fehlgeleiteten Verständnis und guter Absicht erstellt werden, diese aber nie wirken. Weiterer Rat sollte also sein, erstellte GPO immer auf die gewünschte Wirksamkeit zu überprüfen.

Tatsächlich ist das GPO nicht nutzlos – nur bezieht es sich nicht auf Benutzerobjekte innerhalb der OU – es wirkt auf Computerobjekte in der entsprechenden OU und bestimmt dann Kennwortrichtlinien für deren lokale Benutzer. Wir verschieben also ein Computerobjekt in die OU und setzen das Kennwort eines lokalen Benutzers neu – und zwar so, dass es das GPO „KWRL-Admins“ erfüllt:

Es lässt sich zudem beobachten, dass die vom GPO vorgegeben Werte für die lokale GPO des Computers übernommen wurden:

Die Lösung

Wie aber lösen wir jetzt das Dilemma, unterschiedliche Kennwortrichtlinien für verschiedene Benutzergruppen durchzusetzen? HiSolutions empfiehlt (Stand 2025) für eingeschränkte Benutzer eine Mindestlänge von zwölf, für administrative Benutzer eine Mindestlänge von 16 und für Dienstkonten eine Mindestlänge von 24 Zeichen.

Die Lösung heißt: Finegrained Password Policies (FGPP)! Diese basieren auf einem sog. Password Setting Object (PSO) und sind bereits seit Server 2008 verfügbar. FGPP überschreiben die Einstellungen der Default Domain Policy und werden an Gruppen gebunden.

Dementsprechend könnte das Vorgehen sein, die Einstellungen für eingeschränkte Benutzerkonten weiterhin über die Default Domain Policy zu realisieren. Dann legt man Gruppen für administrative Konten und Dienstkonten an und schreibt für diese geeignete FGPP nach folgendem Muster. Entweder erledigt man das im GUI im Active-Directory-Verwaltungscenter oder über die PowerShell.

Fazit:

  1. Die Kennwortrichtlinien aus der Default Domain Policy gelten immer domänenweit.
  2. Kennwortrichtlinien aus GPO an OU wirken nicht auf die darin enthaltenen Domänenbenutzer, sondern nur auf darin enthaltene Computer und deren lokale Benutzer.
  3. Verschiedene Kennwortrichtlinien für verschiedene Benutzergruppen werden über Finegrained Password Policies realisiert.

Serious Gaming im Business Continuity Management

In einer Welt, in der Cyberangriffe, Naturkatastrophen und technische Ausfälle längst keine Ausnahmen mehr sind, stehen Unternehmen vor einer zentralen Herausforderung: Sie müssen sicherstellen, dass ihre wichtigsten Geschäftsprozesse auch in Krisensituationen weiterlaufen. Das Business Continuity Management (BCM) ist hierfür das strategische Instrument. Es soll gewährleisten, dass Unternehmen selbst bei schwerwiegenden Störungen handlungsfähig bleiben.

Doch auch das beste BCM-Konzept kann durch menschliche Fehler Schwachstellen aufweisen. Studien zeigen seit Jahren, dass der Mensch ein zentrales Sicherheitsrisiko darstellt. Dies geschieht häufig nicht aus böser Absicht, sondern oft aus mangelndem Bewusstsein oder fehlender Routine. Klassische Sicherheitsschulungen werden häufig als langweilig und wenig relevant empfunden, weshalb der Lernerfolg begrenzt bleibt. Vor diesem Hintergrund widmete sich meine Masterarbeit der Frage, welche Möglichkeiten es gibt Gamification im BCM-Schulungskontext zu integrieren und welche Vorteile dies mit sich bringt.

Von Punkten über Level bis hin zu Szenarien

Gamification ist längst kein Fremdwort mehr. Gamification bedeutet, spielerische Elemente in nicht-spielerischen Kontexten einzusetzen, um so die Motivation und den Lernerfolg zu steigern. Das können Punkte, Ranglisten, Fortschrittsanzeigen, Level oder auch szenariobasierte Aufgaben sein. Ziel ist es ein Lernerlebnis zu schaffen, dass Teilnehmende emotional und kognitiv stärker einbindet als herkömmliche Formate.

Im BCM-Kontext kann Gamification den entscheidenden Unterschied machen: Statt in einer PowerPoint-Präsentation theoretische Krisenpläne jedes Mal aufs Neue zu erläutern, erleben die Teilnehmenden in einer simulierten Krisensituation, wie es sich anfühlt, Entscheidungen unter Zeitdruck zu treffen, im Team Lösungen zu erarbeiten und mit unvorhergesehenen Hindernissen umzugehen. Ziel ist es, nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern die Teilnehmenden nachhaltig zu motivieren, dieses Wissen auch in Krisensituationen adäquat anzuwenden.

Kombination aus Theorie und Praxis

Die Masterarbeit verknüpft fundierte Theorie mit praxisnaher empirischer Forschung. Ausgangspunkt bildeten psychologische Modelle wie die Self-Determination-Theory (SDT), die Flow-Theory sowie Bartle’s Player Typology, die alle Hinweise darauf geben, wie Motivation und Lernerfolg in einem Gamification-Kontext gesteigert werden können.

Darauf aufbauend wurde eine firmenweite Online-Umfrage bei HiSolutions durchgeführt und die Wahrnehmung und Akzeptanz gamifizierter Sicherheitstrainings erfasst. Ergänzend dazu fanden qualitative Interviews mit Experten aus der Praxis statt, um praktische Erfahrungen, Erfolgsfaktoren und Stolpersteine bei der Umsetzung von Gamification in Sicherheitsschulungen zu ermitteln.

Mehr Motivation, besseres Lernen

Die Ergebnisse zeichnen ein klares Bild: Gamifizierte Sicherheitsschulungen haben ein großes Potenzial die Motivation der Teilnehmenden zu steigern und zu besseren Lernerfolgen beizutragen. Teilnehmende identifizieren sich stärker mit den Inhalten, wenn sie aktiv eingebunden sind und die Lernumgebung realistische, herausfordernde und zugleich sichere Rahmenbedingungen bietet.

Als besonders effektiv erwiesen sich szenariobasierte Formate wie Escape Rooms, in denen Teilnehmer als Team unter Zeitdruck Rätsel lösen müssen, um schließlich den Raum zu verlassen. Die Kombination aus Zeitdruck und Zusammenarbeit erschafft ein immersives Erlebnis, das sich auch auf reale Krisensituationen übertragen lässt.

Diese Formate ermöglichen nicht nur die Anwendung von Fachwissen unter Beweis zu stellen, sondern fördern auch Soft Skills wie Teamkommunikation, Problemlösung und Stressresistenz – Kompetenzen, die im BCM von zentraler Bedeutung sind.

Lernen durch Erleben

Auf Grundlage der Forschungsergebnisse wurde ein prototypisches Konzept für ein eigenes gamifiziertes BCM-Training entwickelt: ein moderierter Escape Room, der das Szenario eines Cyberangriffs simuliert. Innerhalb einer festgelegten Zeitspanne müssen gemeinsam fachliche Aufgaben gelöst, Entscheidungen getroffen und Prioritäten gesetzt werden. Jede Aufgabe ist so gestaltet, dass sie direkt mit relevanten BCM-Themen verknüpft ist, etwa Wiederanlaufplanung, Kommunikationsstrukturen oder Rollenverteilung im Krisenstab.

Der Vorteil liegt in der hohen Realitätsnähe: klare Ziele, unmittelbares Feedback durch den Moderator und der Einsatz von Storytelling versetzen die Teilnehmenden in einen Zustand fokussierter Konzentration. Logisches und zielorientiertes Denken wird zur Pflicht, da jedes sich im Raum befindliche Objekt neue Hinweise für die Lösung auf fachliche Rätsel geben könnte. Zudem ermöglicht das Spieldesign die Anpassbarkeit verschiedenster Faktoren: Storyline, Schwierigkeitsgrad und Spielmechanik können je nach Zielgruppe und Erfahrungsniveau variieren. Eher introvertierte Teilnehmer profitieren von ruhigen, analytischen Aufgaben, während extrovertierte Teilnehmer stärker in teamorientierte Challenges eingebunden werden können. Auch verschiedene berufliche Rollen und Funktionen lassen sich in das Design integrieren, um eine möglichst breite Wirksamkeit zu erzielen.

Warum Gamification allein nicht reicht

Trotz der vielversprechenden Ergebnisse gibt es Grenzen. Die Entwicklung zielgruppengerechter gamifizierter Formate ist häufig komplex und ressourcenintensiv – sowohl in zeitlicher als auch in finanzieller Hinsicht. Analoge Präsenzformate, die oft besonders effektiv sind, haben eine eingeschränkte Skalierbarkeit. Hinzu kommt, dass der spielerische Charakter den Lerneffekt nicht überdecken darf: Das didaktische Ziel muss jederzeit im Vordergrund stehen.

Gamification kann ein mächtiges Werkzeug sein, reicht jedoch allein nicht aus, um eine starke Sicherheitskultur aufzubauen. Sie muss Teil eines holistischen Ansatzes sein, der regelmäßige Schulungen, klare Führungsimpulse und eine durchgängige Sicherheitsstrategie umfasst.

Potenzial für die Zukunft

Die Masterarbeit macht deutlich, dass Gamification das Potenzial hat Sicherheitsschulungen im Business Continuity Management nachhaltig zu bereichern. Richtig eingesetzt, können spielerische Elemente Motivation, Lernerfolg und Identifikation mit den Inhalten deutlich steigern. Szenariobasierte Formate wie Escape Rooms verbinden Theorie und Praxis auf eine Weise, die eine nachhaltige Handlungskompetenz schafft. Für Unternehmen, die ihre Resilienz stärken wollen, bietet Gamification einen wertvollen Mehrwert – vorausgesetzt, sie wird strategisch geplant, passgenau umgesetzt und in ein ganzheitliches Sicherheitskonzept eingebettet.

Weitere News im September

Warum klassische Phishing-Simulationen ausgedient haben – und was wirklich hilft

Phishing-Simulationen galten lange als Standard, um Mitarbeitende für E-Mail-Bedrohungen zu sensibilisieren. Neue Daten zeigen jedoch: Der Lerneffekt bleibt oft gering. Eine aktuelle Studie mit über 19.000 Beschäftigten fand selbst bei regelmäßigen Kampagnen kaum messbare Verhaltensänderungen – weder durch klassische Schulungen noch durch direkt eingeblendete Lernhinweise nach Fehlklicks.

Was läuft schief?

  • Simulationen erreichen vor allem diejenigen, die auf die Mail hereinfallen; alle anderen bleiben passiv.
  • Interaktive Schulungsmaterialien werden häufig ignoriert oder schnell vergessen.
  • Die Melderate – entscheidend für eine schnelle Reaktion – wird selten konsequent gemessen und trainiert.

Was hilft stattdessen?

Phishing-Simulationen sind nicht nutzlos, aber allein nicht ausreichend. Wirkung entfalten sie erst im Zusammenspiel mit:

  • technischen Schutzmaßnahmen (z. B. FIDO2, Zero Trust),
  • einer offenen Meldekultur,
  • zielgruppenspezifischen, praxisnahen Trainings.

Der Phishing-Drill als Paradigmenwechsel

Ein Lösungsvorschlag ist der Wechsel von der Phishing-Simulation zum Phishing-Drill. Dabei wird die Phishing-Mail bewusst als Übung gekennzeichnet und mit klaren Hinweisen zur Erkennung und Behandlung versehen. Ziel ist es, alle Mitarbeitenden einzubinden, den Meldeprozess aktiv zu üben und interne Abläufe zu verankern – vergleichbar mit einer Brandschutzübung.

Mehr Details, technische Hintergründe und Handlungsempfehlungen finden Sie in unserem vollständigen Blogbeitrag: „Klassische Phishing-Simulationen sind tot, lang lebe der Phishing-Drill“: https://research.hisolutions.com/2025/09/klassische-phishing-simulationen-sind-tot-lang-lebe-der-phishing-drill/

Google erzwingt Developer-Verifikation

Aufgrund der steigenden Anzahl an Malware auf Android-Geräten hat Google ein neues Sicherheitsfeature vorgestellt. Ab 2026 müssen Entwickelnde in vereinzelten Regionen eine Verifikation ihrer Identität durchführen, um Apps außerhalb des Play Stores anbieten zu können. Damit erweitert der Anbieter eines der größten Mobil-Ökosysteme seine bestehenden Store-Voraussetzungen auf alle Entwickelnden.

Diese Entscheidung erntet aber auch massiv Kritik. Nicht nur findet dadurch eine massive Einschränkung der Freiheiten der Nutzenden statt, auch ist der erhoffte Sicherheitseffekt fragwürdig. Denn auch im Play Store befinden sich viele schadhafte Apps, die diesen Kriterien bereits unterliegen.

https://developer.android.com/developer-verification/guides

https://android-developers.googleblog.com/2025/08/elevating-android-security.html

Behörde veröffentlicht Tool als freie Software

Die digitale Souveränität der Verwaltung ist aktuell ein heiß diskutiertes Thema. Einen weiteren Schritt in diese Richtung tat der Hessische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit (HBDI) mit der Veröffentlichung eines Werkzeuges „zum Auffinden personenbezogener Daten in großen Datenmengen“ als freie Software (EUPL) auf OpenCode. Neben der Souveränität in der Infrastruktur ist es eben auch wichtig, dass die eingesetzten Werkzeuge die notwendigen Freiheiten ermöglichen.

https://datenschutz.hessen.de/presse/hbdi-veroeffentlicht-programmcode-auf-opencodede

https://gitlab.opencode.de/hbdi/pbd-toolkit

Über Zero-Click Chains und das Security Modell von Mobilgeräten

In letzter Zeit machen regelmäßig Security-Meldungen über Schwachstellen in Messengern die Runde. Erst kürzlich berichtete Heise von Zero-Click-Angriffen auf Apple-Geräte via WhatsApp. Warum die vermehrten Berichte und Panik verbreitenden LinkedIn-Posts einen weiterhin ruhig schlafen lassen sollten, versuche ich in diesem Blogpost zu erklären.

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