Der Mensch bleibt dem Menschen ein Wolf – Cyber in Zeiten von Corona

Wäre es nicht schön gewesen? Inmitten all der schlechten Nachrichten und Prognosen wenigstens den Trost zu haben, dass die Welt sich zusammenrauft und wir uns nicht zusätzlich mit Cyberangriffen und sonstigen IT-Vorfällen das fragile Leben schwer machen… Leider ein Traum. Zwar haben einige wenige Angreifergruppen versprochen, Gesundheitsinfrastruktur bis auf weiteres auszusparen – auch Black-Hat-Hacker brauchen immerhin im Zweifel Beatmungsgeräte. Insgesamt ist jedoch die Anzahl der Angriffe gestiegen – und nicht wenige Kampagnen nutzen gerade die Unsicherheit, das Chaos und den Stress aus, um ihren bekannten illegalen Geschäftsmodellen Auftrieb zu verleihen. Wir kämpfen nun also an zwei Fronten. Die große, wichtige: Corona. Das allein bindet alle unsere Ressourcen. Dazu gilt es aber, auch an der „Cyber-Front“ die Verfügbarkeit unserer kritischen Infrastrukturen sicherzustellen. Und das sind mehr (und andere), als wir das gemeinhin auf dem Schirm haben: Gesundheitsämter, Lieferdienste, Pflegeheime, Hersteller von Medizintechnik, Supermärkte, Logistikbranche, … 

Tun wir unseren Teil, um die Funktionsfähigkeit unserer Gesellschaft gerade auch in Zeiten des notwendigen Lockdown aufrechtzuerhalten. Die Security kann und muss ihren Teil hierzu beitragen.

APT meets Rent-a-Ransom: Cybercrime-as-a-Service 2.0

Die Entstehung und Entwicklung der komplexen Schadsoftware TrickBot, ihrer Vorgänger, Methoden und Verknüpfungen bis hin zu APTs und nordkoreanischen Hackergruppen zu verstehen ist wichtig, um aktuelle Angriffswellen einordnen und verstehen zu können. Kern der Geschichte ist laut Analysten von SentinelOne, dass TrickBot es geschafft habe, die vielen ehemals vereinzelten Bereiche der „Cyber“-Kriminalität wie Banking-Fraud, Ransomware, Diebstahl von persönlichen Informationen und Cryptomining zusammenzubringen und in einer modularen Schadsoftware hochautomatisiert zu verpacken, die dann als Cybercrime-as-a-Service an Dritte vermietet wird.

https://labs.sentinelone.com/the-deadly-planeswalker-how-the-trickbot-group-united-high-tech-crimeware-apt

Technische Details: https://assets.sentinelone.com/labs

Fairsichert – Cyberversicherung soll reguliert werden

Der Markt für Cyberversicherungen wächst in den letzten Jahren rasant. Das lässt sich u. a. auch daran ablesen, dass die Regulierung sich nun das Thema vornimmt: Die Aufsichtsbehörde BaFin will sich im kommenden Jahr mit dem Einstieg der Versicherer ins Geschäft mit dem Schutz vor Hacker-Angriffen und Computer-Kriminalität beschäftigen. Der Umgang der Branche mit Cyber-Policen sei einer der Schwerpunkte der Aufsicht 2020.

Insbesondere wird dabei spannend zu beobachten, welche Normen die Versicherer für Versicherte etablieren werden. Gerade im KMU-Bereich – in dem ISO 27001 oder IT-Grundschutz noch keine Selbstverständlichkeit sind – gibt es noch keine einheitlichen Kriterien.

https://www.handelsblatt.com/finanzen/vorsorge/versicherung/zunehmende-schwierigkeiten-bafin-ruft-versicherer-zu-protest-gegen-niedrige-zinsen-auf/25165386.html

War das 1 Game – innogy eröffnet Energie-Cyberrange

Interaktivität und Realismus werden im Training von Cyberzwischenfällen immer wichtiger, um Komplexität und auch Stressniveau realer Angriffe abbilden und üben zu können. Der Essener Energiekonzern innogy ist nun für die deutsche Energiebranche vorgeprescht und hat die „Cyberrange-e“ eröffnet, ein interaktives Trainingszentrum für „War Gaming“. Das blaue Team, bestehend aus Mitarbeitern verschiedener Energiefirmen, muss die Angriffe des roten Teams „professioneller Hacker“ (FAZ), das in einem anderen Raum untergebracht ist, abwehren. Innogy hat das Konzept mit einer von israelischen Sicherheitsexperten gegründeten Firma erarbeitet, die schon länger solche „CyberGyms“ betreibt.

https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/diginomics/innogy-eroeffnet-trainingszentrum-gegen-hackerangriffe-16262688.html